Galerie 418

Die Galerie 418 stellt vor

Acrylbilder von Hans-Peter Amherd


Eintauchen in die Welt der Farben und Formen
Hans-Peter Amherd ist zweiter ausstellender Künstler im Jubiläumsjahr der Galerie 418 in Steckborn

Es gibt in der Malerei den Begriff «Junge Wilde.» Nun, Hans-Peter Amherd, gebürtiger Steckborner, ist sicher nicht mehr ganz so jung, aber «wild» ist er trotzdem, das hat er sich bewahrt oder, besser, für sich neu entdeckt, als er vor 20 Jahren mit der Acrylmalerei begonnen hatte. Seine Bilder spiegeln diese «Wildheit» beeindruckend wider, am stärksten dann, wenn ein Gegenstand - so zum Beispiel die Kirche in Steckborn - «nur» noch vom Turm her zu erkennen ist, alles andere in einem lila-roten Farbenmeer versinkt. Mit 51 BesucherInnen war die Vernissage der Ausstellungs am Samstag «Vom Seerücken zum Untersee» für die Galerie 418 erfreulich hoch, lebhafte Gespräche zeigten an, welch starke Faszination von den Bildern ausging.

Schon immer gemalt
Gezeichnet hat Hans-Peter Amherd schon immer, und, wie er bekannte, damit seine KollegInnen auch durchaus genervt. Ihn aber Pünktchen für Pünktchen auf die Leinwand setzen zu sehen, aus denen dann ein Bild entsteht - das lässt sich allerdings nicht vorstellen. Im Gegenteil - er greift tief in seine Farbtöpfe Hans-Peter Amherd
Hans-Peter Amherd


und malt los. Wild, ungestüm, begeistert. Bilder müssen schnell fertig sein. Vorlagen sind Skizzen oder Fotografien. Aber zu behaupten, dass seine Vorlagen das Bild bestimmen, lässt sich nun wirklich nicht sagen.
Da «wackeln» Türme, neigen sich bedenklich zur Seite, Dächer hängen etwas windschief, der Blick vom Turmhof zaubert, so Amherd, ein «Steckborn im Halbschlaf» auf die Leinwand. Die Farben sind völlig frei gestaltet, aber egal, ob der Turmhof in grünen Farben leuchtet, Boote überwiegend in blauen oder roten Farben gemalt sind, gemeinsam ist allen, dass es sehr kräftige Farben sind. Aber immer so, dass diese völlig natürlich wirken, warum also nicht ein grüner Turmhof? Und sie sind bei allem nie unangenehm oder übertrieben. Sie veranlassen jedoch auch dazu, genauer hinzusehen. Von Vincent van Gogh (1853-1890) stammt der schöne Ausspruch: «Die Normalität ist eine gepflasterte Strasse; man kann gut auf ihr gehen - doch es wachsen keine Blumen auf ihr.» Auf den «Strassen» von Amherd, fern ab jeder Normalität, wachsen viele starke «Blumen» Gefragt, wie er seine Kunstrichtung nennen würde, antwortete er lächelnd «Eine Mischung aus Schlamperei und Chaos.» In der Sprache der Malerei allerdings hiesse das etwas vornehmer ausgedrückt «Spontan Realismus.»

Walter Wild im Portrait
Selbst wenn Amherd sehr frei in der Gestaltung seiner Bilder ist - übrigens sind alle neu - so liegt seine Begabung erkennbar darin, was auch immer das heissen mag, das «Wesen» des Motivs zu erkennen und darzustellen. Am Besten ist ihm das mit dem Portrait von Galerist Walter Wild gelungen: Blau und Rot be stimmen das Bild. Walter Wild sitzt, ganz in Blau, auf seinem Fahrrad, das Vorderrad ist jedoch nur halb, die Mütze, sein Markenzeichen, auf dem Kopf, Brille, mit Umhängetasche bereit zum Fischen oder Malen, so wie er in Steckborn eben bekannt ist. Das Bild ist alles andere als ein herkömmliches Portrait und doch ist es unverkennbar Walter Wild. Da in der Ausstellung auch Bilder zu sehen sind, bei denen das Zeichnerische im Vordergrund steht («Obertor»-Bilder) stellte sich natürlich die Frage, in welche Richtung Amherd mal gehen wird. Er sagte, dass er solche Bilder wie die vom Obertor wohl nicht mehr malen würde, sondern solche, in denen Gegenstände und Farben in einem Gesamtzusammenhang stünden. Etwa wie das rote Velo.

Lebenslauf
Hans-Peter Amherd ist in Steckborn in der Blumenau geboren und aufgewachsen. Ein echter «Seebueb», wie Stadtrat Albert Gräflein in seiner Laudatio sagte. Gelernt hat er Bäcker und Konditor, ist anschliessend als Koch zwei Jahre zur See gefahren. Nach dem Militärdienst ist er zur Polizei in Zürich gegangen und hat die Ausbildung in der Wirtschaftskriminalität gemacht; hat hier drei Jahre gearbeitet und 37 Jahre im Thurgau. Durch Weiterbildungen hat er es bis zum Chefermittler der Thurgauer Kriminalpolizei gebracht. Nach seiner Pensionierung hat er sich der Malerei verschrieben, mehrere Kurse gemacht. Aber er schreibt auch Bücher - natürlich «Thurgauer Kriminalgeschichten», denn erzählen kann er aus seiner langen Polizeiarbeit natürlich sehr viel. Nicht nur, aber weitgehend lebt er mit seiner Frau in Spanien, wo er in seinem Atelier Zeit zum Malen und zum Schreiben findet.
(Quelle: Bote vom Untersee, 17. April 2012, Louise Jochims)


• Vernissage am Samstag 14. April 2012 um 17 Uhr.

Ausstellung vom 14. April 2012 bis 20. Mai 2012.


Öffnungszeiten:

Freitag: 16:00 - 19:00 Uhr
Samstag: 14:00 - 16:00 Uhr
Sonntag: 14:00 - 16:00 Uhr

und susch gilt wie immer,
wenns offä isch is offä.

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